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Univ.-Prof. Dr. iur. Dr. Dr. h.c. mult. Klaus Stern

(Institutsleitung 1966 – 1998)
 

Politikberater und Begründer des staatsrechtlichen Standardwerks

Klaus Stern, geboren am 11. Januar 1932 in Nürnberg, absolvierte 1951 das Abitur am humanistischen Melanchthon-Gymnasium in Nürnberg. Von 1951-1955 studierte er Rechtswissenschaften sowie Volkswirtschaftslehre in Erlangen und München.1955 legte er die Erste Juristische Staatsprüfung in München ab, wo er 1956 mit einer Arbeit über die „Gesetzesauslegung und Auslegungsgrundsätze des Bundesverfassungsgerichts“ zum Dr. iur. promoviert wurde. Anschließend war er von 1956 bis 1960 Rechtsreferendar in München und Wissenschaftlicher Assistent an der Universität München. 1960 legte er die zweite Juristische Staatsprüfung ab.

1961 wurde er mit dem Thema "Wirtschaftsverfassung und Energiewirtschaftsrecht" für Öffentliches Recht und Allgemeine Rechtslehre habilitiert. 1962 folgte er einer Berufung als ordentlicher Professor für Staatsrecht und Politik an die Freie Universität Berlin, ehe er nach Ablehnung mehrerer Rufe an andere Universitäten 1966 ein Ordinariat für Öffentliches Recht, Verwaltungslehre sowie Allgemeine Rechtslehre an der Universität zu Köln als Nachfolger von Hans Peters übernahm.

Er wurde Direktor des Instituts für Öffentliches Recht und Verwaltungslehre, das er bis zu seiner Emeritierung 1998 leitete. 1968 wurde er zudem zum Direktor des an der Universität zu Köln angesiedelten Instituts für Rundfunkrecht berufen, dem er weiterhin vorsteht. 1969 wurde Klaus Stern von seiner Fakultät zum Dekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät und im Alter von 39 Jahren vom Großen Senat für zwei Amtszeiten von 1971-73 zum Rektor der Universität zu Köln gewählt. Von 1973-75 amtierte er als Prorektor. In der Zeit von 1971-72 war er Vorsitzender der Landesrektorenkonferenz NRW.

Von 1976-2000 war er als vom Landtag gewähltes Mitglied Richter des Verfassungsgerichtshofs des Landes Nordrhein-Westfalen. Noch heute wirkt er als Studienleiter der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Düsseldorf. Klaus Stern wurde in mehrere Institutionen des Bundes und der Länder sowie wissenschaftliche Organisationen berufen. Er war u.a. Mitglied der Ständigen Deputation des Deutschen Juristentages (1972-84), der Enquête-Kommission Verfassungsreform des Deutschen Bundestages (1971-76), Erster Vorsitzender der Vereinigung der Deutschen Staatsrechtslehrer (1978-80), Mitglied des Senats der Deutschen Forschungsgemeinschaft (1983-89), der Parteien-Finanzierungskommission des Bundespräsidenten (1992-93), des Wissenschaftlichen Beirats des Bundesministeriums der Finanzen (seit 1975), der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften (seit 1978) sowie zuletzt Mitglied der vom Landtag NRW zu Fragen des Abgeordnetenrechts eingesetzten Kommission (2001-02). Zu den Verhandlungen über die Wiedervereinigung Deutschlands wurde Klaus Stern mehrfach als Berater hinzugezogen. Im Juli 1991 moderierte er in Bonn ein vom damaligen Bundesjustizminister Klaus Kinkel initiiertes Forum zur Bewältigung des SED-Unrechts.

Klaus Stern wurde u.a. mit dem Großen Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich und 1989 mit dem Großen Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Außerdem verlieh ihm der Bundespräsident der Republik Österreich das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse. Im Jahr 2000 erhielt er vom Land Nordrhein-Westfalen den Verdienstorden. Die Stadt Düsseldorf ehrte ihn 2002 mit ihrer Verdienstmedaille. Die Universitäten Breslau/Polen (1987), Fortalezza/Brasilien (1991) und Verona/Italien (2005) erkannten ihm die Ehrendoktorwürde zu. Die Hauptarbeitsgebiete von Klaus Stern liegen auf den Gebieten des deutschen und ausländischen Staats- und Verfassungsrechts, des Europarechts, des Verwaltungsrechts, insbesondere des Kommunal- und Wirtschaftsverwaltungsrechts, des Medienrechts sowie des Postrechts. Seit 2006 ist Klaus Stern Ehrenmitglied der Japanischen Akademie der Wissenschaften.

Klaus Stern ist Begründer und Autor einer der umfassendsten staatsrechtlichen, politischen und historischen Darstellung des Deutschen Staatsrechts. Das fünfbändige Werk mit ca. 12.500 Seiten ist seit der Veröffentlichung des ersten Bandes 1977 zum Standardwerk avanciert.
 

Weitere Informationen zu Klaus Stern finden Sie auch im Rektoren-Portrait der Universität zu Köln